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Premiere
10. Juni 2011

Anders Thomas Jensen

ADAMS ÄPFEL

von Anders Thomas Jensen / Deutsch von Beate Klöckner / Bühnenfassung von K. D. Schmidt



Er ist durch und durch gut, glaubt an das Gute und tut ausschließlich Gutes. Seine Barmherzigzeit kennt kein Pardon, seine Gnade duldet keinen Widerspruch, sein missionarischer Eifer hat keine Grenzen: Pfarrer Ivan ist ein besessener Gutmensch, der bereit ist, seine Manie, Welt und Mensch zu verbessern, zum Äußersten zu treiben. In einer abgelegenen Dorfgemeinde resozialisiert er ehemalige Straftäter. Ihre Hinwendung zum Glauben und ihre Bekehrung zum Guten zu erreichen, ist das Ziel, das er unerbittlich verfolgt. Dabei sieht er über so manches hinweg, wenn nur sein Weltbild nicht ins Wanken kommt. Die Ankunft des Neonazis Adam bringt Ivan allerdings an seine Grenzen. Ein Machtkampf von biblischem Ausmaß zwischen Gut und Böse entspinnt sich. Adams sarkastisch formuliertes Vorhaben, als Rehabilitationsmaßnahme einen Apfelkuchen zu backen, wird von Pfarrer Ivan ernst genommen. Die Ereignisse auf diesem Weg – eine Vogelplage, die das Obst zerstört, ein Gewitter, ein Blitzschlag – werden zur Prüfung von Ivans Glauben und zum Instru­mentarium dieses Kampfes. Das Buch Hiob dient Adam dazu, die Ereignisse um den Apfelbaum als Gottesprüfung für Ivan zu deuten, und Ivan damit in Zweifel zu stürzen. Plötzlich ist nicht mehr Adam das „Problem“, sondern Ivan, dessen verbissene Menschenfreundlichkeit sich als eine Reihe von Traumata aufschlüsselt, denen Ivan ins Gesicht sehen muss. Der Kampf spitzt sich zu, auf seinem Höhepunkt geschieht ein überirdisches Wunder und eine ganz reale Versöhnung.


© Landestheater Tübingen