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Premiere
29. Oktober 2010

Hermann Hesse

DER STEPPENWOLF

nach dem Roman von Hermann Hesse in einer Bühnenbearbeitung von Joachim Lux

Inszenierung: Stefan Rogge / Ausstattung: Malte Lübben / Musik: Andreas Debatin / Dramaturgie: Inge Zeppenfeld
Mit: Andreas Debatin, Christian Dräger, Martin Maria Eschenbach, Jessica Higgins, Silvia Pfändner, Julienne Pfeil, Gotthard Sinn, Philip Wilhelmi


Hermann Hesse wurde 1877 in Calw im Nordschwarzwald geboren. Als Sohn eines Missionars besuchte er die Lateinschule in Göppingen und legte als 14-jähriger das "Landexamen" ab. Gegen den Willen seiner Eltern beendete er die vorgezeichnete theologische Laufbahn. Anschließend geriet er in eine Phase schwerer seelischer Konflikte, die mit einem Nervenzusammenbruch endete. Nach dem Abitur absolvierte er eine Buchhändlerlehre in Tübingen, erweiterte anschließend durch mehrere Italienreisen seinen kulturellen Horizont und begann zu schreiben. 1946 erhielt er den Literatur-Nobelpreis.


Harry Haller schätzt die Wahrheit. Dass sie manchmal nicht nur bitter ist, sondern auch den, der sie ausspricht, verbittern lässt, macht ihn auf Dauer zum Misanthrop, der vergeblich gegen die Windmühlenflügel der Gesellschaft ankämpft beim Versuch, die große Zeitkrankheit der Oberflächlichkeit und Rücksichtslosigkeit nicht durch Ignorieren und Beschönigen zu umschiffen, sondern ihrer Krankhaftigkeit tapfer ins Gesicht zu schauen.
Harry ist dabei zur Überzeugung gekommen, ein zweigeteiltes Wesen zu sein: Seine menschliche Seite ist durchaus an politischen und kulturellen Ereignissen interessiert; er ist – wie er leidend feststellen muss – wie jeder normale Bürger darauf angewiesen, Geld auf der Bank zu haben, und er wird wie jeder andere immer wieder von Sehnsucht nach Nähe und Geborgenheit getrieben. Als „Steppenwolf“ ist er jedoch Einzelgänger, Außenseiter und Zweifler am Menschen und an der Gesellschaft an sich. Kurz bevor er an dieser Zerrissenheit seines Wesens endgültig verzweifelt, öffnet sich für Harry Haller nach einer sinnlichen Begegnung mit der Gelegenheitsprostituierten Hermine, die sich als sein Alter Ego entpuppt, jedoch die geheimnisvolle Tür zu einem „Magischen Theater“, einem „Bildersaal“ seiner Seele. Hier erkennt er mit Hilfe einiger ebenso skurriler wie berührender Begegnungen die Bedeutung des Lachens und der Leichtigkeit: „Einzig der Humor (vielleicht die eigenste und genialste Leistung des Menschentums) vollbringt dies Unmögliche, überzieht und vereinigt alle Bezirke des Menschenwesens mit den Strahlungen seiner Prismen.“

Herman Hesses Titelheld Harry Haller hat in dem meistgelesenen deutschsprachigen Roman des 20. Jahrhunderts inzwischen Generationen von Menschen auf ihrem Weg zur Sinnfindung begleitet. In einer fast faustschen Bilder- und Ereignisfülle breitet DER STEPPENWOLF die verschiedenen Facetten einer möglichen Seelenentfaltung aus.
Die von Joachim Lux vorgenommene Bühnenbearbeitung des Schulklassikers wird in der Fassung des LTT durch Musik von Andreas Debatin erweitert.


© Landestheater Tübingen