Wir sind umgezogen! Hier gehts zur neuen Homepage des LTT

FotoFotoFotoFotoFotoFotoFoto

Premiere
9. Oktober 2009

Peter-Paul Zahl

Fritz - A German Hero

250 Jahre Schiller


Übersicht

3. Dezember 2009
Haller Tagblatt

1. Dezember 2009
Remszeitung

1. Dezember 2009
Südwest Presse

28. November 2009
Gmünder Tagespost

13. November 2009
Waiblinger Kreiszeitung

13. Oktober 2009
Reutlinger Nachrichten

12. Oktober 2009
Reutlinger General-Anzeiger

12. Oktober 2009
Schwarzwälder Bote


Schiller als rebellischer Teenager
Landestheater Tübingen gefällt in Hall mit "Fritz - A German Hero"

Friedrich Schiller - rebellischer Teenager oder deutscher Shakespeare? Wie der Dichter seine Jugend erlebt haben könnte, beschreibt "Fritz - A German Hero". Das Landestheater Tübingen spielte das Stück in Hall.

Schwäbisch Hall. Militärischer Drill bestimmt das Leben auf der Hohen Carlsschule. Hier studiert Friedrich Schiller auf Befehl des Herzogs Carl Eugen von Württemberg Jura und Medizin. Das Bühnenbild der Inszenierung des Stückes "Fritz - A German Hero" des Landestheaters Tübingen ist fast so spartanisch wie der Alltag auf der Carlsschule, aber gerade deshalb umso beeindruckender. Im Befehlston geht es für die Eleven der Carlsschule durch den Tag: "Aufstehen. Reinlichkeit des Leibes. Frühstück. Unterricht. Beten. . ." Zu sehen sind lediglich die Hände der Schauspieler. Sie stellen mit Gesten die Tätigkeiten nach und ernten vom Publikum Lacher für ihr pantomimisches Geschick.

Auch sonst verzichtet das Stück von Peter-Paul Zahl auf ein Zuviel an Accessoires. Lediglich Papier ist in Fülle vorhanden. Eine Hand voll gelber Notizblätter, die Fritz aus einer Ecke hervorzieht, entwickelt sich zum wesentlichen Gestaltungselement. Denn überall liegen diese Blätter, überall muss Schiller schreiben, allgegenwärtig sind seine Gedanken und Ideen.

Claudio Schulze-Keune gibt diesem Fritz Persönlichkeit; anfangs jung und schüchtern, später fast in den Wahn getrieben vom eigenen Schaffensdrang. Sein Gegenpart ist Christian Beppo Peters. Egal, ob dieser als eitler Goethe, jugendlicher Freund Scharffenstein, Räuberhauptmann Karl Moor oder späterer WG-Kumpel Kapf auftritt, immer wieder bringt er das Publikum mit frechen Seitenhieben, vermeintlicher Ungeschicklichkeit oder beeindruckender Mimik zum Lachen.

"Fritz - A German Hero" ist ein Stück für alle, die Schiller kennen, aber noch mehr für diejenigen, die Schiller kennen lernen möchten. Dass seine Werke noch heute den Zeitgeist treffen, zeigen die musikalischen Einwürfe. Wer rechnet schließlich bei einem Stück, das den großen schwäbischen Dichter beschreibt, mit musikalischen Abstechern zu Tracy Chapman ("Talking about a revolution") oder Deep Purple ("Child in Time"). Es ist offensichtlich: Schiller ist ein Kind seiner Zeit; er mag mit dem Degen zwar seinem Gegner unterlegen sein, doch seine Waffe ist die Feder, und die ist spitz genug, um Missstände aufzuzeigen.

Tanja Kampe, Haller Tagblatt, 3. Dezember 2009


© Landestheater Tübingen