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Premiere
27. November 2009

Ingrid Lausund

Konfetti!

Ein Zauberabend für politisch Verwirrte

Komödie


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»Man lacht zuerst und die gute Laune kommt danach«
Regiedebüt von Marion Schneider-Bast mit Ingrid Lausunds »Konfetti« am Tübinger Landestheater

Ablenkung ist alles.Damit meistert der Mensch jedes Zauberkunststück. Damit verniedlicht er jedes noch so existenzielle Problem. Damit löst er sein Leben auf in Wohlgefallen. Ingrid Lausund verpackt in ihrem Stück »Konfetti! « die böse Wahrheit in bitter- süße Ironie, entlarvt die politische Passivität mit witzig- satirischer Ernsthaftigkeit, balanciert zwischen humorigem Fun-Faktor und Gesellschaftskritik. Ebenso konsequent bizarr und pointiert skurril setzt Marion Schneider- Bast das mit ihrer Inszenierung bei ihrem Regiedebüt am Landestheater Württemberg- Hohenzollern Tübingen Reutlingen (LTT) um. Auf der mit welligen Teppichbahnen ausgelegten Bühne – Ausstattung Vesna Hiltmann – entspinnt sich vor, hinter und in den metallenen grün-grau-orangen Spinden ein turbulentes Spiel zwischen Komödie, Kabarett und clowneskem Slapstick. Gespickt mit überraschenden und beklatschten Zaubertricks, die funktionieren: Coach Jorgos Katsaros hat mit den fünf Schauspielern bestens gearbeitet. »Mir geht’s gut« lautet die Devise und so versuchen die Protagonisten ihre Paranoia mit Lachtherapie zu bekämpfen: »Man lacht zuerst und die gute Laune kommt danach.« Christian Dräger, Ina Fritsche, Britta Hübel, Theresa Langer und Johannes Schön überzeugen mit ihrem erfrischenden Auftreten, jonglieren mit der Sprache und den Themen, lassen Konfetti regnen und vermitteln so ihre Botschaft. Es geht um die Manipulation der Aufmerksamkeit, um das Lenken auf das Unwesentliche, das Ablenken vom Trick – oder von der politischen Realität. Den »Zauberabend für politisch Verwirrte« hat die Regisseurin im Chorus der Darsteller fein einstudiert und sarkastisch zugespitzt: »Herztabletten, Viagra und Sprengstoff haben die gleiche Grundsubstanz. « Dabei beweisen alle Schauspieler in ihren Soli ihre Fähigkeiten zum beredten Mienenspiel und zur sprachlichen Präsenz. Das ist gut getimt und präzise ausgespielt. Schneider-Bast gelingt es ihre Inszenierung farbig zu komponieren. Das ist stimmig bis zum Schluss akzentuiert im Detail.

Christoph Holbein, Schwarzwälder Bote, 30. November 2009


© Landestheater Tübingen