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Deutsche Erstaufführung
3. Oktober 2006

Simon Stephens

Am Strand der weiten Welt

Deutsch von Barbara Christ


Übersicht

7. Dezember 2006
Schwarzwälder Bote

7. Dezember 2006
Südkurier

7. Dezember 2006
Südwest-Presse

13. Oktober 2006
Stuttgarter Nachrichten

11. Oktober 2006
Esslinger Zeitung

11. Oktober 2006
Stuttgarter Zeitung

5. Oktober 2006
Reutlinger General-Anzeiger

5. Oktober 2006
Reutlinger Nachrichten

5. Oktober 2006
Schwäbisches Tagblatt


Packender Abend
Grandiose Aufführung vor spärlichem Publikum

Der junge englische Autor Simon Stephens beschreibt in "Am Strand der weiten Welt" das moderne Familien- und Seelenleben so erschreckend nüchtern und häufig zutreffend, wie es ein Filmtitel von Rainer Werner Fassbinder vor Jahrzehnten auf den Punkt brachte: Liebe ist kälter als der Tod.
Die jungen und auch die schon lange verheirateten Paare einer englischen Kleinstadt möchten weg voneinander, schaffen es aber nicht. Die Paare, die sich zueinander hingezogen fühlen, können zueinander nicht kommen.
Die Handlung spielt auf einer nackten Werkstatt-Bühne, karge Requisiten deuten eine Szene bestenfalls an. Die Schauspieler, die alleine das Geschehen tragen, sitzen am Bühnenrand. Die Tübinger Akteure überzeugten alle auf der ganzen Linie, dennoch seien Marius Marx als jugendlicher Vater Peter Holmes und die Göre Daniela Keckeis als Sarah Black besonders hervorgehoben. Marius Marx verkörpert einen Vater, der hin- und hergerissen zwischen der Trauer um den toten Sohn Christopher und der Liebe zu der schwangeren Verlagsangestellten immer häufiger vor der Glotze hockt und zur Bierflasche greift.
Daniela Keckeis glänzt ebenso als Sarah Black wie Johannes Schön, der in wenigen Auftritten einen rotzfrechen Christopher Holmes verkörpert, der pubertäre Unsicherheiten mit Kraftmeiereien wegzuwischen versucht. Sarah Black hat nur einen Wunsch: ohne Psychopillen leben (was ihr zwischendurch gelingt) und "mindestens 25 Jahre werden".
Das Stück, dessen Titel auf einem Vers -von John Keats basiert, ist eine lockere Abfolge oft kurzer Szenen, die durch Rockmusik verbunden werden. [...]
Was bleibt in Erinnerung? Ein intensiver Abend, getragen von Schauspieler der Extraklasse und der Nachweis, auch ohne großen Aufwand einen packenden Abend gestalten zu können. Verdienter, lang anhaltender Beifall war der Dank des Publikums.

Schwarzwälder Bote, 7. Dezember 2006


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