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THE MEDIUM

Monodram für Mezzosopransolo

von Peter Maxwell Davies in englischer Sprache

Ein Abend mit Anne-May Krüger


"Extrem!!!" Es gibt kein besseres Wort, um den gewaltigen Opernmonolog „The Medium“ des britischen Komponisten Peter Maxwell Davies zu beschreiben. Die einsame Stimme einer Sängerin wird hier zum farbenreichen Orchester vervielfacht, ihr Stimmumfang weit über die Grenzen des Vorstellbaren sprunghaft verzerrt und die gesamte Theaterszenerie allein durch ihre körperliche Präsenz auf der Bühne sichtbar.
Die Person, die diese Sängerin darstellt, ist nicht weniger extrem und lässt den Zuschauer lange im Zweifel darüber, wer hier wirklich spricht: die Wahrsagerin selbst oder die Geister, die sie empfängt.
Betrachtet man die Reflexionen des Komponisten zu seinem eigenen Stück, so gibt er uns einen Schlüssel, dieses Werk ganz anders zu betrachten. Davies schreibt, die Protagonistin „scheint“ besessen zu sein. Handelt dieses Werk also vom Übernatürlichen, oder ist es vielmehr ein Spiel von Erscheinungen?
Dies scheint eine der Vieldeutigkeiten zu sein, die der Autor seinem Werk zugesteht und damit eine große Anzahl von Interpretationsmöglichkeiten schafft.

Die provokante Musik Davies' wird ganz bewusst in eine eher traditionelle Szene eingebettet: den Solo-Abend einer Diva, der sich beinahe wie ein ganz gewöhnlicher Kabarett- Vorstellung ausnimmt. Das dadurch entstehende Spannungsfeld bildet den ungewöhnlichen Rahmen für die Selbstdarstellung dieser Frau und gewinnt mehr und mehr an Kraft und Intensität, je mehr diese uns ihr eigentliches Selbst eröffnet.

Nach über einjähriger Arbeit wird im Rahmen der Jazz & Klassiktage die Premiere dieser Produktion des selten gespielten Stücks stattfinden.


© Landestheater Tübingen