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Uraufführung
24. September 2010

Michael Miensopust / Helge Thun

Jetzt mal im Ernst

Theater-Comedy-Solo

Die Premiere wird in der Geschwister-Scholl-Schule Tübingen stattfinden!

Spielorte: Turnhallen, Schulaulen, Theatersäle u. a.

ab 13 Jahren


Übersicht

2. Oktober 2010
Reutlinger Nachrichten

27. September 2010
Reutlinger General-Anzeiger

27. September 2010
Schwäbisches Tagblatt


Komische Pubertät
Jugendtheater - KJT zeigt Solo »Jetzt mal im Ernst«

Ja, ja, die Pubertät. Der Körper spielt verrückt, Brüste wachsen, Haare sprießen, Pickel auch. Die Jungs entdecken langsam, dass Mädchen nicht immer nur langweilig und blöd sind, und umgekehrt. Jeder muss durch diese Phase durch, eine anstrengende wie spannende Zeit. Und ein Thema, das sich natürlich auch für die Bühne eignet. Das Kinder- und Jugendtheater des LTT versucht sich nun daran.

»Jetzt mal im Ernst« heißt das Stück, das passenderweise in der Turnhalle der Tübinger Geschwister-Scholl-Schule Premiere feierte. Dabei ist es nicht ernst, sondern komisch, urkomisch. Wie sollte es auch anders sein, wenn neben dem erfahrenen Theatermann Michael Miensopust der Tübinger Comedy-Experte Helge Thun seine Finger im Spiel hat. Auch er wirkte am Skript für das Solo mit.

Allein auf der Bühne

Die beiden bleiben vor Ort aber dezent im Hintergrund. Sie schicken lieber Schauspielerin Stefanie Klimkait allein auf die Bühne. Mit 27 muss sie über Pubertät albern, und das vor einem Publikum, das meist knapp halb so alt ist wie sie. Kann das gut gehen? Es kann. Klimkait wirkt sympathisch, man hört ihr gerne zu, sie übernimmt die Position der älteren Schwester oder Freundin und spricht oft das aus, was die Jungs und Mädchen vor ihr denken und erleben.

Es ist eine unterhaltsame Stunde, in der viel gelacht wird. Miensopust, Thun und Klimkait haben sich nicht nur an ihre eigene Pubertät erinnert. Sie haben mit Jugendlichen über deren Erfahrungen gesprochen und so wirkt »Jetzt mal im Ernst« auch recht authentisch. Das fühlten sicher auch die meisten der Tübinger Geschwister-Scholl-Schüler, die in der Turnhalle der Schule die Premiere des Comedy-Solos erlebten.

Und so ging die Premiere »Jetzt mal im Ernst« am passenden Ort über die Bühne. Keine Scheinwerfer, keine Kulisse, das Publikum sitzt auf den unbequemen, niederen Turnhallen-Bänken, und auf einer Kleinbühne spielt Stefanie Klimkait die Steffi, die im Stück auf ihre verspätete Theatergruppe wartet.

Julia im Basketballkorb

Sie nimmt die schönen, aber geschwollen klingenden Shakespeare-Zitate auf den Arm, setzt Julia gedanklich in den Basketballkorb und lässt Romeo die Sprossenwand hochklettern. Sie nimmt die Jungs aufs Korn, die sie in drei Kategorien unterteilt: in die »Pausen-Fußballer«, die »Abenteuerspiel-Kämpfer« und die coolen »Granitblöcke des Schweigens«. Und auch die Mädels kommen nicht ungeschoren davon, indem Klimkait die Geheimsprache des Kicherns, die »Kichervokabeln« preisgibt.

Sie schlägt die Fibel der Peinlichkeiten auf, zeigt, »wie echt schwierig Eltern sind«, wenn sie als Gegenmaßnahme zur Pubertät entweder alles verbieten oder sich kumpelhaft anzubiedern versuchen. Und natürlich spricht sie auf leichte Weise auch das schwierige Thema »erste Liebe« an, in dem sie über ihre Erfahrung mit Timo und Kevin redet, mit Klassenfahrt, Steh-Blues und dem darauf folgenden Gefühls-Chaos.

Das junge Premierenpublikum war ganz bei der Sache, am Schluss gab's viel Beifall für Steffi, die während der Aufführung auch alle Zwischenrufe aus dem Zuschauerraum clever in ihr Solo eingebaut hatte. »Jetzt mal im Ernst« macht Spaß. (GEA)

Veit Müller, Reutlinger General-Anzeiger, 27. September 2010


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