Wir sind umgezogen! Hier gehts zur neuen Homepage des LTT

FotoFotoFotoFotoFotoFotoFoto

Premiere
22. Januar 2010

Pamela Dürr

Saffran und Krump

Ein Spiel ums Streiten für alle ab 6


Übersicht

30. Januar 2010
Reutlinger Nachrichten

25. Januar 2010
Reutlinger General-Anzeiger

25. Januar 2010
Schwäbisches Tagblatt


Gezänk am Hügel
Kindertheater - »Saffran und Krump« am LTT

Was passiert, wenn ein Filouse und ein Waldschrattel aufeinander treffen? Klar, sie streiten sich. Schließlich ist Saffran, der Filouse, ein wohlerzogener Kunstliebhaber (zumindest glaubt er das), während der schrattelige Krump nur ein grobschlächtiger Brummbär ist. Das geht nur schwer zusammen auf dem »hübschlisch Schütthügelschen«.

»Saffran und Krump« ist eine herrlich schrullige Geschichte, die die Schweizer Autorin Pamela Dürr verfasst und das LTT Kinder- und Jugendtheater (KJT) jetzt auf die Bühne der Werkstatt gebracht hat. Und es ist ein Stück mit viel Witz, bei dem man aufpassen muss, dass man hinterher nicht anfängt, genauso zu reden wie die beiden Protagonisten.

Da ist zum einen, wie gesagt, Saffran, der jedes »ch« zu einem »sch« verwandelt und überall ein »el« anhängt. Er kommt auf seiner Wanderschaft zu eben jenem »friedlisch Schütthügelschen«, das so aussieht, als stamme es mitten aus dem Teletubbieland. Und siehe da, schon taucht ein Sehrohr auf, das den »frömden Eintrinklink« beobachtet. Und nicht viel später geht die Klappe im Schütthügelschen auf und Krump, der Waldschrattel, ist da.

Aufforderung zum »Zweikrampf«

Schon geht es los mit dem Gezänk. Die beiden kabbeln sich, was das Zeug hält. Während der eine sein »Zahngebürstel« und die »höchsten Töne und Gefühle« verehrt, liebt der andere seine Narzissen und sein dumpfes Abendgebrüll. Sie werfen sich Schimpfwörter an den Kopf, denn auf dem Schütthügelschen ist nur für einen Platz, glauben sie.

Sie fordern sich zum Duell, zum »Zweikrampf«. Krump kommt zum ersten Mal aus seinem Hügelloch heraus und wirkt auf Saffran so komisch, dass er sich nicht mehr einkriegt vor Lachen. Jetzt ist der Waldschrattel so beleidigt, dass er sich wieder verkriecht. Aber am Ende finden sie doch zusammen, weil auch Saffran eigentlich ein Verstoßener ist und sie als zwei Außenseiter zusammengehören. Aber man kann schon sehen, dass die Reibereien nicht aufhören werden, denn wie heißt es schön: Was sich liebt, das neckt sich.

Kurzweilig gespielt

Das KJT erzählt die Geschichte unter der Regie von Felix Schmidt mit leichter Hand und sehr kurzweilig. Magdalena Flade gibt Saffran sehr clownesk, fast im Stil eines Charlie Chaplin. Sie ist eher die zarte, weiche, leicht verletzbare Figur.

Rupert Hausner macht aus seinem Krump einen bruddeligen Mülltonnen-Oscar aus der Sesamstraße. Das wirkt urkomisch und ist ein herrlicher Kontrast zu Saffran. Sehr einfühlsam zeigt er, dass der alte Kauz auch einen weichen Kern hat. Als er seine gewohnte Umgebung, die Höhle im Schütthügelschen, verlässt, schratet er mit seinen dünnen Beinen sehr unsicher durch die Welt.

Saffran und Krump zeigen, dass man, den anderen so akzeptieren soll, wie er ist und ihn nicht laufend umkrempeln soll. Wenn alle gleich wären, dann wäre das doch langweiliglisch oder nischt?

Das Stück von Pamela Dürr ist für Kinder ab sechs Jahren. Aber auch die älteren Kinder und die Erwachsenen haben ihre Freude an dem ewigen Gezänk der beiden schrägen Figuren.

Veit Müller, Reutlinger General-Anzeiger, 25. Januar 2010


© Landestheater Tübingen