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Uraufführung
19. Juni 2010

Anne-Kathrin Klatt

Mein Tuvalu

Uraufführung
Ein Spiel mit Masken, Objekten und Musik für alle ab 4


Übersicht

24. Juni 2010
Reutlinger Nachrichten

21. Juni 2010
Reutlinger General-Anzeiger

21. Juni 2010
Schwäbisches Tagblatt


Wenn Wasser knapp wird
Zwei Fantasiegeschöpfe am Wasserloch erfahren und erleben das Wesen des Wassers. "Mein Tuvalu" - das spritzige Stück von Anne-Kathrin Klatt für Kinder ab vier Jahren kommt ohne Worte aus.

Mitten in Tuvalu gibt es ein Wasserloch. Hier treffen sich zwei Fabelweltgeschöpfe, um sich unter der heißen Sonne am Wasser zu laben und alle Varianten der Wassernutzung durchzuspielen. Bis das Wasser eines Tages knapp wird. Das schlägt den wunderlichen Wesen nicht nur aufs Gemüt, sondern stellt auch die junge Freundschaft auf die Probe.

Das neue Figuren- und Objekttheaterstück von Anne-Kathrin Klatt erzählt ohne Worte, aber mit viel Fantasie die Geschichte vom Wasser mit all seinen Verwendungs- und Spaßdimensionen. Es erzählt aber auch davon, wie Lebewesen reagieren können, wenn eine lebenswichtige Ressource knapp wird und leistet damit sogar einen pädagogischen Beitrag zum Thema Nachhaltigkeit.

Vor blumiger Kulisse (Ausstattung: Claudia Naumann), unter farbenfrohem Sonnenlicht, zu blubbernder oder sanfter Wassermusik (Christian Dähn) und in fantastischen Kostümen geben die beiden exotischen Kreaturen seltsame Geräusche von sich und kommunizieren mit allem, was ihnen die (Theater-)Natur so geschenkt hat.

Beide sind sie starke Typen mit einem ausgeprägten Charakter und geben so dem Kinderstück seinen Witz. Va ist ein "Schmettergrillzirp", den Henry Braun mit zart schillernden Flügeln als eine clevere Mischung aus Schöngeist, Geck und Clown spielt, ein zartbesaitetes Wesen, das verspielt durch die Gegend tänzelt, eitel in der Ecke posiert oder sich bei Gefahr einfach tot stellt.

Nachts hängt es in der Botanik und morgens schwebt es ans Wasserloch, um sich mit ein paar kleinen Schlückchen aus dem Schlauch zu erfrischen und ein paar Spritzern zu benetzen. Dort trifft Va auf Tu, den Rhinokrötenschneck (Sebastian Schmid) mit Riesen-Echsen-Schwanz: Tu torkelt, schlonzt und rotzt sich durch die Gegend, riecht streng, benimmt sich prollig und säuft direkt mit seinem Maul aus dem Wasserloch, hat aber natürlich ein gutes Herz.

Und so beschnuppern sich die beiden Exoten und schließen Freundschaft mit allem Drum und Dran: Neckereien, Slapstick, Umarmungen im Sonnenuntergang: Romantik pur. Eine interkulturelle Verbrüderung. Der Grillzirp versucht zunächst verzweifelt, dem Rhino feine Sitten beizubringen, andererseits erweist sich Rhino als wahrer Blumenfreund, während Va alle Blumen der Schönheit willen ausrupft. Und sie spielen alle Varianten der Wassernutzung durch: Sie spritzen und plantschen, tauchen, trinken und waschen ihre dreckigen Socken. Und bespaßen sich im Übermut mit einer verschwenderischen Wasserschlacht. Was so lange kein Problem ist, so lange es aus der Gießkanne an der Decke immer wieder (akustisch) nachplätschert. Als dann das Wasser aber knapp wird, entfacht sich ein Machtkampf: Va arbeitet mit fiesen Tricks, Rhino lässt seine Muskeln spielen, aber weder Tricks noch Muskeln können es regnen lassen. Und so kann nur noch eine höhere Macht helfen, die beiden verbünden sich wieder und beschwören die Gießkanne - vergeblich. Völlig erschöpft packen sie ihre Blumen ein und wandern aus. Aber siehe da: plötzlich senkt sich die Gießkanne und jede Menge Wasser plätschert in die Badewanne.

Kathrin Kipp, Reutlinger Nachrichten, 24. Juni 2010


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