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Premiere
28. April 2006

Franz Kafka

Ein Bericht für eine Akademie


Dauer: 60 min.


InhaltFotos

Franz Kafka, am 3. Juli 1883 als Sohn eines wohlhabenden jüdischen Kaufmanns in Prag geboren, studierte von 1901 bis 1906 Germanistik und Jura in Prag. Von 1908 bis 1917 arbeitete er tagsüber als Versicherungsangestellter, während er nachts schrieb. 1917 erkrankte er an Tuberkulose, was ihn 1922 zur Aufgabe des Berufes zwang. Er starb am 3. Juni 1924 in Klosterneuburg, Kierling. Zu seinen wichtigsten Werken gehören, neben den Erzählungen, die Romane: "Der Prozess", "Das Schloss", und "Der Verschollene" (veröffentlicht unter dem Titel "Amerika").


Nahezu fünf Jahre trennen mich vom Affentum, eine Zeit ..., streckenweise begleitet von vortrefflichen Menschen, Ratschlägen, Beifall und Orchestralmusik ...


[a]Franz Kafka[/a]s [s]Ein Bericht für eine Akademie[/s] handelt von der Eingliederung des Affen Rotpeter in die menschliche Gesellschaft. Pfeiferauchen, Schnapstrinken und das Erlernen der menschlichen Sprache sind dabei entscheidende Sozialisationserfolge. Mit viel Ironie und humorvollem Sinn für die Absurdität der tierisch- menschlichen Metamorphose zeichnet Kafka sein Bild von der "Krone der Schöpfung." Für LTT-Schauspieler Urs Rechn ein Text "über das Vergessen, in dem der Verlust der Erinnerung zur Bedingung des Überlebens wird." Ist der Affe am Ende im Varieté angekommen, bezeichnet das den labilen Zwischenzustand des assimilierten Menschen, der zwar einen Ausweg, aber keine Freiheit gefunden hat. Der bitteren Ironie des Textes ist der Schmerz eingeschrieben, der selbst dann nicht vergeht, wenn die Anpassung gelungen, das Gedächtnis gelöscht, die alte Identität aufgehoben ist. In diesem Sinne liefert Kafkas [s]Ein Bericht für eine Akademie[/s] für Urs Rechn "nicht nur eine Travestie des Assimilierungsvorgangs, sondern vielmehr eine Satire auf die abendländische Geschichte der Zivilisation, deren verwitterter Schauplatz die Gegenwart ist."


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