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Premiere
3. Februar 2006

Maxim Gorki

Wassa Schelesnowa

Regie: Ralf Siebelt
Ausstattung: Max Julian Otto / Dramaturgie: Inge Zeppenfeld
Mit: Katja Bramm, Ina Fritsche, Katja Gaudard, Hubert Harzer, Daniela Keckeis, Annabelle Leip, Udo Rau, Urs Rechn, Johannes Schön, Gotthard Sinn, Leif Stawski
Dauer: 105 min.


Maxim Gorki gilt als einer der zentralen russischen Autoren des "sozialistischen Realismus" der vorletzten Jahrhundertwende, der mit seinen ironischpräzisen Menschenschilderungen einer moralisch überlebten Oberschicht den Spiegel vorhält.

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Streng, bedingungslos, mit scharfem Verstand und fester Hand auf den Finanzen führt Wassa Schelesnowa die Reederei Schelesnow&Chaprow.
Sie ist der Kopf des Unternehmens, Geschäftsfrau mit jeder Faser ihres Körpers und ihres Herzens. Kein Winkelzug, vor dem sie zu Gunsten der Firma zurückschreckt. Ihr Mann, ehemaliger Kapitän, See- und Lebemann durch und durch, ist lieber unterwegs. In den Bars und in den Betten junger Mädchen. Einem seiner Abenteuer droht das Nachspiel einer Anklage wegen sexueller Belästigung Minderjähriger. Nicht einmal die Bestechungsgelder und Vertuschungsversuche der umtriebigen Wassa können da was ausrichten. Der einzige Weg, sauber und plausibel aus dieser Sache heraus zu kommen: Selbstmord. Und dazu rät sie ihrem Mann. Der lehnt ab. Stirbt aber dennoch ganz plötzlich. Hat sie ihn vergiftet, oder hat er sich selbst gerichtet? Der Fall bleibt erfolgreich unterm Teppich.

Weit schlimmer für das Reedereiimperium, das Wassa Schelesnowa mit allen Mitteln und gegen alle Angriffe der Außenwelt und des Fortschritts bereit ist zu verteidigen, ist der Auftritt einer lebenden Person: Schwiegertochter Rachel, Ehefrau des kränklichen Sohnes Fjodor und Revolutionärin im Exil. Illegal ist sie aus dem Ausland eingereist und will nur Eines: ihren kleinen Sohn Kolja, der im Internat auf die ihm von Wassa Schelesnowa zugedachte Aufgabe vorbereitet wird: Er soll das Millionenerbe der Reederei antreten.
Wassa sieht ihr Imperium schwinden, denn den eigenen Töchtern traut sie wenig zu, schon gar nicht die Leitung des Unternehmens. Doch bevor sie von einer Zukunft überrollt wird, die sich nicht nach ihren Vorstellungen von Familien- und Geschäftsleben gestaltet, fährt Schelesnowa die Krallen aus. Niemals wird sie auf Kolja verzichten...

Der Markt bestimmt die Beziehungen. Die Berechnung der Gefühle kassiert die Herzen in diesem Stück des großen russischen Dichters [a]Maxim Gorki[/a]. In einer Zeit des Umbruchs und der Veränderung wird um die Wahrung von Besitzständen mit allen Mitteln und Methoden gekämpft. Darin und in der scharfen Zeichnung der Figuren liegt die Aktualität dieses Textes im Jahr 2006.


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