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Premiere
9. Oktober 2009

Peter-Paul Zahl

Fritz - A German Hero

250 Jahre Schiller


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Schiller lebendiger denn je
Landestheater Tübingen gastiert mit "Fritz - A German Hero" im "Stadtgarten" Schwäbisch Gmünd

Wie verliefen eigentlich die jungen Jahre des Friedrich Schiiler? Antworten lieferte das Landestheater Tübingen mit dem innovativen Stück "Fritz - A German Hero" bei seinem Gastspiel im Gmünder Stadtgarten.
In diesem Monat wäre Friedrich Schiller 250 Jahre alt geworden - ein Jubiläum, das besonders in der Region groß gefeiert wird, wuchs der wohl bedeutendste deutsche Dramatiker doch einst in Baden-Württemberg auf. Und so ist es kaum verwunderlich, dass derzeit niemand an Schiller vorbeikommt. Während es meist die großen Werke sind, die im Zentrum der Beachtung stehen, befasste sich der Schriftsteller Peter-Paul Zahl in der Vergangenheit nicht zuletzt mit dem jungen Schiller, genannt Fritz.
In einer Collage aus biografischen Elementen, Ausschnitten aus Schillers Theaterstücken, Spielszenen und Musik erzählt das Ensemble des Landestheaters Tübingen die Geschichte von "Fritz - A German Hero". Die Art umd Weise, wie dabei auf das Leben des jungen Genies geblickt wurde, war alles andere als klassisch: Fast schon respektlos mutete der Blick auf die Jugendjahre Fritz Schillers an.
Für Zahl ist das allerdings nahezu selbstverständlich: "Als sie jung waren, die Klassiker, da waren sie doch keine Klassiker. Da waren sie jung", sagt der Autor, der sich in der Vergangenheit mit zahlreichen Romanen und Theaterstücken einen Namen machte und bereits in den 80er Jahren mit Größen wie Claus Peymann zusammenarbeitete. Num also der junge Schiller, dessen Tagesablauf von militärischem Drill bestimmt wird.
Jedem noch so kleinen Vergehen folgt von eine Strafe von Herzog Carl-Eugen von Württemberg - und der scheut selbst vor der Kontrolle im Schlafsaal nicht zurück. Eine Zeit in der die Schüler der "Militärischen Pflanzschule" auf der Solitude sogar ihre Namen abgeben müssen: Mit der Folge, dass aus Friedrich Schiller nun "Eleve 447" wird, der sich nicht oft genug wäscht und statt Jura oder Medizin zu studieren lieber seiner heimlichen Leidenschaft nachgeht: dem Dichten.
Turbulente Jahre, die - so hat es den Anschein - viel zu selten beleuchtet wurden und daher dem Publikum durch das von Michael Miensopust inszenierte Stück sicherlich zu manch neuer Erkenntnis über die Hintergründe von Schillers Leben näher gebracht werden konnten. Ein Knackpunkt in dessen jungen Jahren: Als Schiller mit 21 - und seinem ersten Stück "Die Räuber" im Gepäck - endlich die Militärakademie verlassen darf, verbietet ihm der Herzog höchstpersönlich die Aufführung, weshalb Schillers Plan zur Flucht immer weiter an ihm reift.
Auf hervorragende Weise gestaltete das LTT-Ensemble eben jene Stationen und sparte dabei dankenswerterweise nicht an unterhaltsamen und teils herrlich verrückten Szenen, die deutlich machten, dass Schillers Leben längst nicht so trocken war, wie es einst womِöglich in mancher Deutschstunde vermittelt wurde. Gezeigt wurden in knapp zwei Stunden die Gefühle, Träume und Gedanken, die den Dichter umtrieben.
Untermalt wurde die Schaffenszeit des jungen Fritz von moderner Live-Musik, die das Stück umso lebendiger erscheinen ließ. Ein würdigeres Geburtstagsgeschenk hätten die Tübinger dem deutschen Literatur-Helden wohl kaum machen können.

Alexander Krei, Gmünder Tagespost, 28. November 2009


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