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Premiere
5. März 2010

Simon Stephens

Harper Regan

Deutsch von Barbara Christ
Zeitgenössische Dramatik

Inszenierung: Alexander Tull / Bühne: Vesna Hiltmann / Kostüme: Marion Eiselé / Dramaturgie: Christiane Neudeck
Regieassistenz: Marion Schneider-Bast / Inspizienz: Ermis Zilelidis
Mit: Felix Banholzer, Martin Maria Eschenbach, Ina Fritsche, Hildegard Maier, Nadia Migdal, Karlheinz Schmitt, Patrick Schnicke
Dauer: 120 min.


Simon Stephens wurde 1971 in Stockport/South Manchester geboren - an dem Ort, an dem er das Stück spielen lässt. 2000 wurde er Hausautor am renommierten Londoner Royal Court Theatre. Im gleichen Jahr erschien sein Stück "Reiher", 2002 wurde "Port" uraufgeführt, 2004 folgte "One Minute". Am Strand der weiten Welt entstand 2005. Das LTT spielte 2006 die Deutsche Erstaufführung dieses Stückes.


"Der Mensch ist ein bemerkenswertes Tier, Harper, finden Sie nicht?"

Uxbridge ist ein dröger Vorort von London. Aufgrund der Nähe zum Flughafen Heathrow leben alle von der Luftfahrt. Man sagt, Uxbridge habe sämtliche Nachteile von London, aber nicht die Vorteile. Dahin hat es die 41-jährige Harper Regan gemeinsam mit ihrem Mann Seth und ihrer Tochter Sarah verschlagen. Denn seit vor zwei Jahren auf Seths Computer pornografische Fotos mit Kindern gefunden wurden, war in ihrer Heimatstadt Stockport bei Manchester kein ruhiges Leben mehr möglich. Doch als ihr Vater im Sterben liegt, macht sich Harper auf die Reise nach Stockport: Da ihr Chef ihr nicht frei gibt, bricht sie mit dem Risiko, ihren Arbeitsplatz zu verlieren, heimlich auf und – kommt zu spät. Ihr Vater ist tot, als sie ankommt. Harper beschließt, zu bleiben und setzt damit eine Kette von Entscheidungen in Gang, die sie sich niemals zugetraut hätte und die sie in brenzlige Situationen führen. Diese Begegnungen bringen Harper an den Rand ihrer Selbstgewissheit, markieren die Grenzen zwischenmenschlicher Kommunikationsfähigkeit und stellen die Möglichkeit urteilsfreier Wahrnehmung in Frage. Die Reise in die Vergangenheit wird zu einer Fahrt in die Zukunft – alles ist möglich und nichts ist sicher.

Intensiv, zutiefst menschlich, mitreißend und wahrhaftig erzählt Simon Stephens diese Geschichte. Glasklar, jedoch ohne Brutalität. Lebensbejahend, aber ohne Kitsch.

HARPER REGAN entstand als Auftragswerk für die Salzburger Festspiele 2008. Das LTT hat sich unmittelbar nach der Veröffentlichung dieses Textes zu einer Aufführung entschlossen.


© Landestheater Tübingen