Wir sind umgezogen! Hier gehts zur neuen Homepage des LTT

FotoFotoFotoFotoFotoFotoFoto

Premiere
25. September 2009

William Shakespeare

Ein Sommernachtstraum

Klassische Komödie mit Musik


Übersicht

11. Januar 2010
Der Landbote, Winterthur

28. Oktober 2009
Gäubote

28. Oktober 2009
Kreisbote, Landsberg

9. Oktober 2009
Schwäbische Zeitung

28. September 2009
Reutlinger General-Anzeiger

28. September 2009
Reutlinger Nachrichten

28. September 2009
Schwäbisches Tagblatt

28. September 2009
Schwarzwälder Bote


Gut gebrüllt, der Löwe
Tübingen: Shakespeares Sommernachtstraum am Landestheater in einer Nina-Hagen-Version

Der Auftakt in die neue Spielzeit ist dem Landestheater Tübingen mit einer höchst gelungenen Neuinterpretation von Shakespeares „Sommernachtstraum“ gelungen. Beginnend als erster Staatsakt entwickelt sich der Klassiker aus dem Zauberwald zu einem bunten und modernst besungenen Spektakel.

Von Thomas Volkmann

Wichtige Ereignisse, das weiß man im Medienzeitalter, gehören auf die Leinwand übertragen. Also versammelt die diesmal Regie führende Intendantin Simone Sterr ihr Publikum zunächst einmal im Foyer des Theaters vor Leinwänden zum Public Viewing von Theseus (Benjamin Kradolfer Roth) Festrede anlässlich seiner Vermählung mit der Amazonenkönigin Hippolyta. Zum Politikum aber wird in dieser ersten, teils auch live geschauspielerten Szene dann Tochter Hermias (Nadia Mygdal) Zurückweisung von Demetrius (Johannes Schön) Heiratsantrag, zieht sie diesen doch Lysander (Raffaele Bonazza) vor.

Drinnen im Großen Saal dann die nächste Überraschung: Peter Squenz ist eine Frau und heißt entsprechend Petra (Silvia Pfänder), ihr theaterspielendes Handwerkerensemble sorgt für erste Lacher. Vor allem Karlheinz Schmitt als wundervoll improvisierender Klaus Zettel darf sich hier austoben – und unter anderem wie der Filmlöwe von Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) durch einen Fahrradreifen brüllen.

Was diesem „Sommernachtstraum“ den Anstrich eines Musicals gibt, sind dann die vielen auch gesungenen Passagen. Begleitet von einer Band, die man als Elfen-Avantgarde bezeichnen könnte, hat im Zauberwald die als Nina-Hagen-Widergängerin durchgehende Titania (Britta Hübel) starke Momente. Einem Kobold gleich führt Puck (Patrick Schnicke) sein Werk als die Liebenden mit einem Zaubertrank blendender Erfüllungsgehilfe aus, höchst amüsiert darüber, was die ungeplante Verwechslung nun an Verwirrung, aber auch an Spaß bringt.

In seiner Verspieltheit, den teils turbulenten und gekonnt choreographierten Liebesverstrickungen auf der abgeschrägten Klarsichtfolienbühne, dem erfrischenden Einsatz von Livemusik, fantasievollen Kostümen, dem Klamauk der Theaterleute und ihren originellen Einfällen wie der Spülschwammlöwenmähne, hat diese Inszenierung das Zeug, zum Knüller auch über diese Spielzeit hinaus zu werden.

Thomas Volkmann, Gäubote, 28. Oktober 2009


© Landestheater Tübingen