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Premiere
25. September 2009

William Shakespeare

Ein Sommernachtstraum

Klassische Komödie mit Musik

Inszenierung: Simone Sterr / Musikalische Leitung: Jojo Büld / Bühne: Marion Eiselé / Kostüme: Mascha Schubert / Video: Christian Haardt / Dramaturgie: Inge Zeppenfeld/Ralf Siebelt
Regieassistenz: Marion Schneider / Inspizienz: Ermis Zilelidis / Soufflage: Bernhard Klasing
Mit: Raffaele Bonazza, Charlotte Brandi, Britta Hübel, Michael Kientzle, Bernhard Klasing, Benjamin Kradolfer-Roth, Hildegard Maier, Nadia Migdal, Silvia Pfändner, Julienne Pfeil, Matze Pröllochs, Karlheinz Schmitt, Patrick Schnicke, Johannes Schön, Joel Siepmann
Dauer: 170 min. (1 Pause)



"Verliebten und Verrückten kocht das Hirn
Die Phantasie treibt Blüten, fabuliert
Mehr als ein klarer Kopf verstehen kann ..."

William Shakespeare entführt uns in seiner Komödie EIN SOMMERNACHTSTRAUM in die surreale Zauberwelt des Athener Waldes, in dem in einer nahezu mondlosen, dunklen Nacht die Menschen- und die Fabelwelt komplett aus dem Ruder laufen: Nach einem Streit mit der Elfenherrscherin Titania schwört Elfenkönig Oberon Rache. Er schickt seinen anarchisch veranlagten Diener Puck los, einen Zaubersaft zu besorgen, der – ins Auge der schlafenden Titania geträufelt – bewirken soll, dass sie sich beim Erwachen ins nächstbeste Geschöpf verliebt, das ihr über den Weg läuft. Um diese Liebesbegegnung möglichst lächerlich zu gestalten, kommt ein Trupp Handwerker, der sich zufälligerweise im Wald eingefunden hat, um ein Theaterstück einzustudieren, gerade recht.
Und auch vier junge Leute, die aus Athen in den Wald geflohen sind, werden involviert: Wo die beiden jungen Männer Lysander und Demetrius vorher die schöne Hermia liebten, richtet Oberons Zaubermittel nun ihre hemmungslose Begierde wie aus dem Nichts auf die bis dato verschmähte Helena, die – ähnlich wie Hermia – nicht weiß, wie ihr geschieht und ein hinterhältig-zynisches Komplott vermutet. Auf nichts scheint mehr Verlass, die Gefühle der Vier werden durcheinander geschüttelt bis zur existenziellen Identitätskrise. Erst am nächsten Morgen stellt sich wieder eine gewisse Ordnung ein. Alles scheint wie ein Sommernachts(alp)traum, aus dem das Quartett verkatert und ohne wirkliche Erinnerung aufwacht. Was den jungen Leuten erspart blieb, sehen sie nun im Schauspiel zu Ehren der Hochzeit des Herzogs von Athen: Die Liebe von Pyramus und Thisbe endet im – wenn auch von den dilettierenden Handwerkern rührend komisch dargestellten – tragischen Tod.

LTT-Intendantin Simone Sterr widmet sich nach ihrer Beschäftigung mit Shakespeares Historientrilogie um den englischen König Heinrich VI. nun einer der schillerndsten Komödien des Engländers. Gleichermaßen brutal wie poetisch führt die Textvorlage blinde Liebeslust und berechnende Macht, euphorische Anarchie und zivilisatorische Ratio in der Ambivalenz und Unbeständigkeit menschlischer Gefühle vor. Die Bühnenbildnerin Marion Eiselé, die am LTT bereits mehrfach ihre Vorliebe für skurrile und lichtdurchlässige Folienlandschaften (u. a. HEAVEN, DAS KÄTHCHEN VON HEILBRONN) zeigte und den Raum für Simone Sterrs Erfolgsproduktion VIER FRAUEN FÜR EIN HALLELUJA! schuf, erfand gemeinsam mit Mascha Schubert, die erstmalig als Bühnenbildassistentin für Ralf Siebelts Inszenierung DER WALDSCHRAT zu Gast am LTT war und nun für die Kostüme verantwortlich zeichnet, die faszinierend-abgründigen Welten des SOMMERNACHTSTRAUM.

Musikalisch wird Simone Sterr unterstützt von Jojo Büld, der in der vergangenen Spielzeit am LTT die Musik für FÜNF IM GLEICHEN KLEID komponierte. Der gebürtige Berliner und viel gefragte Musiker hat sich diesmal der psychedelischen Klangseite gewidmet. Dazu hat er wieder eine schlagkräftige Band zusammengestellt: an den Tasten wie gehabt Charlotte Brandi, die mit ihrem eigenen Song in FÜNF IM GLEICHEN KLEID das Tübinger Publikum bezauberte, und Matze Pröllochs, in zahlreichen Tübinger Formationen am Schlagzeug und als Mitglied der LTT-Showband längst ein alter Bekannter. Erstmalig mit dabei ist Joel Siepmann am Cello.


© Landestheater Tübingen