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Premiere
6. Juni 2009

Ad de Bont

Haram

Geschichte einer marokkanischen Familie

für Zuschauer ab 12

Regie: Katrin Aissen / Ausstattung: Max Julian Otto / Dramaturgie: Monika Hunze
Mit: Rupert Hausner, Marion Maucher, Christian Beppo Peters
Dauer: 80 min.



Die Geschwister Houari, Aziza und Saïd leben seit ihrer Geburt in Westeuropa. Sie führen ein normales Teenagerleben - spielen Fußball, Computerspiele, gehen ins Kino, zu Schulfeten und nehmen selbstverständlich an Klassenfahrten teil. Ihre Eltern Mouna und Amar finden, dass man sich an die Gesellschaft anpassen muss - in dem Land, in dem man lebt. Doch plötzlich soll alles anders werden. Aufgeschreckt durch den Fall seiner Nichte Fatma, die sich unversehens von einem braven, lieben Kind in ein widerspenstiges Mädchen verwandelt, das den Unterricht schwänzt, die Mitschüler bestiehlt, Ärger mit der Polizei bekommt und von der Schule verwiesen wird, kommt Vater Amar zu dem Schluss, dass es besser für seine Kinder sei, in seiner Heimat Marokko groß zu werden. Dort würden Werte wie Respekt vor den Älteren, Autorität und Glauben noch geschätzt. So beschließen die Eltern, aus dem gemeinsamen "Heimat"-Urlaub nicht zurückzukehren. Nur Amar will nach Europa zurückfahren, um das Geld für die Familie zu verdienen. Der 13-jährige Houari, die 12-jährige Aziza und der 10-jährige Saïd sollen künftig in Marokko zur Schule gehen. Für die Jugendlichen bricht eine Welt zusammen. Houari und Aziza wollen keinesfalls ihre Freunde, ihre Hobbys und ihre Aussichten auf Chancengleichheit aufgeben. Kurzentschlossen reißen sie aus. Über Saïd, der weiß, wo sich seine älteren Geschwister verstecken, und sie mit Essen und Decken versorgt, nimmt Mouna Kontakt zu ihren Kindern auf. Sie will verhindern, dass ihre Familie sich in zwei feindliche Lager teilt - und versucht es mit Diplomatie ...

Der niederländische Dramatiker und Regisseur Ad de Bont hat HARAM als Teil einer Trilogie konzipiert, die er für das Hamburger Schauspielhaus geschrieben hat. In allen drei Stücken geht es um Familien, die durch gesellschaftliche und politische Gegebenheiten in Gefahr sind auseinanderzubrechen. An der Württembergischen Landesbühne Esslingen ist mit "Eine Odyssee" ein weiterer Teil der Trilogie zu sehen. In Kooperation zwischen den Landesbühnen Tübingen und Esslingen gab es bereits Austauschgastspiele von HARAM und "Eine Odyssee".


© Landestheater Tübingen