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Premiere
28. November 2008

Georg Büchner

Leonce und Lena

Ein Lustspiel


Übersicht

25. April 2009
Augsburger Allgemeine

31. März 2009
Südwestpresse

2. Dezember 2008
Reutlinger Nachrichten

1. Dezember 2008
Reutlinger Generalanzeiger

1. Dezember 2008
Schwäbisches Tagblatt


Tiefgründig und humorvoll
Als Multitalente erweisen sich die Schauspieler des Landestheaters Tübingen in Georg Büchners "Leonce und Lena" im Haller Neubau-Saal. Regisseur Stefan Rogge will das "innere Toben" sichtbar machen.

Vordergründig eine Komödie, strotzt Büchners Werk nur so vor bitterem Spott auf den Adel und dessen Anhänger: Leonce, Prinz vom Reiche Popo (Martin Schultz-Coulon), leidet am Hof an unerträglicher Langeweile; auch der Liebschaft mit Rosetta (Nastasja Cramer) ist er überdrüssig. Er flieht mit seinem Freund Valerio (Raffaele Bonazza) vor der arrangierten Vermählung mit Prinzessin Lena vom Reiche Pipi (Silvia Pfändner). Als er sich auf der Flucht verliebt, kann er nicht ahnen, dass es sich um Lena handelt, die mit ihrer Gouvernante (Hildegard Maier) ebenfalls der Hochzeit entkommen wollte. Die beiden lassen sich vermählen - um dann festzustellen, dass sie ihrem Schicksal letzen Endes nicht entkommen können.
Karlheinz Schmitt ist fantastisch als blasierter, unfähiger König Peter vom Reiche Popo, dem es in vielen Sätzen gelingt, nichts zu sagen. Lena und Leonce, die beiden wütenden Träumer und Romantiker des Stückes, scheinen oft selbst nicht glauben zu können, welche lyrischen Metaphern sie von sich geben. "Der Tod ist der seligste Traum", flüstert Lena, als sie und Leonce sich zum ersten Mal allein nachts begegnen. Leonce erwidert: "So lass mich dein Todesengel sein. Lass meine Lippen sich gleich seinen Schwingen auf deine Augen senken." Totenstill ist es da auch im Saal.
Großartig sind die Gouvernante als zynische, pragmatisch denkende Frau und Valerio als jugendlicher Taugenichts und Ebenbild von Leonce, allerdings ohne dessen glühende Anfälle von Verzweiflung. Gunnar Kolb und Andreas Debatin glänzen in verschiedenen Rollen und als Verbindung zwischen Bühne und Publikum.
Letzteres wird immer wieder mit ins Stück einbezogen, nicht zuletzt durch die Eingangs- und Endhymne "We love our audience", die von allen Akteuren mit viel Ausdruck, Energie und musikalischem Können geschmettert wird.
Überhaupt verleihen die musikalischen Einsprengsel dem Stück viel Leben. Alle Instrumente werden von den acht Schauspielern selbst gespielt. Das bewusst schlicht gehaltene Bühnenbild bietet viel Bewegungsfreiheit für die Akteure. "Die Inszenierung ist tiefgründig und dennoch humorvoll", resümiert der 17-jährige Tobias Schlüter aus Michelbach. "Es hat sich wirklich sehr gelohnt hinzugehen."

Isabella Bauer, Südwestpresse, 31. März 2009


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