Wir sind umgezogen! Hier gehts zur neuen Homepage des LTT

FotoFotoFotoFotoFotoFotoFoto

Premiere
19. Januar 2006

Evgenij Grischkovez

Gleichzeitig

Aus dem Russischen von Stefan Schmidtke

Regie: Ralf Siebelt
Mit: Leif Stawski
Dauer: 75 min.


Evgenij Grischkovez, 1967 in Kemerowo (Sibirien) geboren, ist seit Ende der 90er Jahre als Darsteller eigener Monolog-Stücke bekannt geworden: seine Solostücke WIE ICH EINEN HUND GEGESSEN HABE (1998) und [s]Gleichzeitig[/s] (1999) waren auf zahlreichen Festivals auch in Europa zu sehen. Seit Beginn der Saison 2000/2001 spielt er seine Stücke als ständiger Gast am Theater "Schule des zeitgenössischen Stücks" in Moskau. Er wurde mit dem russischen "Antibooker Literaturpreis" für Dramatik ausgezeichnet. Im September 2001 schloss er die Arbeit an [s]Die Stadt[/s] ab. Die Uraufführung fand an der Tabakjerka, dem Theater von Oleg Tabakow, in Moskau statt.

mehr >>


Sie haben gerade mit den Augen gezwinkert. Wollten Sie das? Womöglich knurrt Ihr Magen, oder der Darm blubbert, oder es juckt Sie irgendwo. Fühlen Sie etwas? Sie lesen gerade diesen Text. Vielmehr Ihre Augen nehmen diesen Text wahr. Und Sie? Denken Sie? Ihr Gehirn arbeitet mit Sicherheit. Aber Ihnen geht vielleicht ein ganz anderer Gedanke durch den Kopf, für den Bruchteil einer Sekunde: »Habe ich den Herd angelassen? Der Müll muss noch runter! Wieviel Uhr ist es eigentlich?« Und gleichzeitig mit Ihnen sitzt ein anderer Mensch vor einem anderen Bildschirm, liest denselben Text wie Sie, schläft vielleicht ein, jetzt gerade, während es Sie in der Nase kitzelt, der Kaffee kalt wird, das Telefon läutet. Wollen Sie diese Zusammenhänge überhaupt wissen?

An der Unmöglichkeit, die Komplexität der Dinge zu begreifen, kann man nämlich nur verzweifeln. Der Mensch gerät ins Staunen, ins Wundern, untersucht er die alltäglichsten Phänomene, versucht er das kosmische Chaos, dessen Teil er ist, zu durchdringen.

[a]Evgenij Grischkovez[/a] führt uns von den Tücken des Alltages ins Nachdenken über die Rätsel der Welt zu den ewigen Fragen des Menschseins.


© Landestheater Tübingen