Wir sind umgezogen! Hier gehts zur neuen Homepage des LTT

FotoFotoFotoFotoFotoFotoFoto

Premiere
18. März 2009

William Shakespeare

Der Kaufmann von Venedig

Regie: Clemens Bechtel / Ausstattung: Hannah Landes / Dramaturgie: Inge Zeppenfeld
Mit: Vilmar Bieri, Raffaele Bonazza, Katja Bramm, Christian Dräger, Ina Fritsche, Jessica Higgins, Gunnar Kolb, Annabelle Leip, Udo Rau, Johannes Schön, Gotthard Sinn, Leif Stawski
Dauer: 160 min. (1 Pause)



Antonio, die titelgebende Hauptfigur des Stückes, ist ein global player. Seine Schiffe kreuzen auf den Weltmeeren, internationale Warentermingeschäfte, Güterverkehr und weltweiter Handel machen seinen Reichtum aus. Als moderner Kapiltalist bindet er sein Vermögen nicht als Grundbesitzer oder Gutsherr, er spielt vielmehr auf dem weltweiten Markt mit Waren, Gütern, Preisen. Spekultationen, Gewinne und Verluste sind sein tägliches Risikogeschäft.
Der Jude Shylock lebt in dieser Welt des freien Marktes das Schattendasein des Außenseiters. Am Handel teilzunehmen ist ihm qua Gesetz verwehrt, als Geldverleiher spielt er eine ungeliebte Nebenrolle in einem System, von dem er ausgeschlossen ist.
Sein Reichtum bringt ihm außer Hass nichts ein.

Parallel zu dieser kühlen Geschäftswelt, läßt William Shakespaere in seinem Stück eine nahezu märchenhafte, naive Welt entstehen. In der kann man König werden, wenn man ein Rätsel löst, in der ist das Geld, die Liebe und das Glück in Schatzkästchen verborgen, die man nur finden muss.
Beide Welten führt Shakespeare in seiner Geschichte zusammen. Um bei der schönen Königstochter Portia, deren Hand man durch ein Glücksspiel erringen kann, vorstellig zu werden, braucht Bassanio Geld.
Er bittet seinen Freund Antonio darum. Doch dessen Kapital fluktuiert allerdings im globalen Warenhandel. Antonio möchte dem Freund dennoch helfen und wählt den letzten Ausweg, um schnell an Bargeld zu kommen: den Juden Shylock. Das Darlehen fließt prompt, der Schuldschein hat es jedoch in sich. Zahlt Antonio das Geld binnen einer bestimmten Frist nicht zurück, verlangt Shylock ein Pfund frischen Fleisches, geschnitten aus Antonios Brust.
Antonio willigt ein, denn er ist sich des guten Ausgangs aller seiner Geschäfte sicher.
Doch alles kommt anders, als gedacht. Antonio kann den Kredit nicht zurückzahlen.
Eine ebenso spannende, wie komödiantische Gerichtsverhandlung bringt die Wendung...

Von Shakespeares 36 Dramen ist DER KAUFMANN VON VENEDIG eines der komplexesten und meistgespielten Werke.


© Landestheater Tübingen