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Premiere
22. Februar 2008

Anton Tschechow

Der Waldschrat

Regie: Ralf Siebelt / Bühne: Marion Eiselé / Kostüme: Vesna Hiltmann / Dramaturgie: Anna Haas
Mit: Wenzel Banneyer, Christian Dräger, Ina Fritsche, Hubert Harzer, Annabelle Leip, Hildegard Maier, Silvia Pfändner, Udo Rau, Karlheinz Schmitt, Gotthard Sinn, Leif Stawski
Dauer: 165 min. (1 Pause)


Anton Pawlowitsch Tschechow (1860-1904) ist der einflussreichste russische Dramatiker des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Seine Stücke "Onkel Wanja", "Drei Schwestern" und "Der Kirschgarten" werden weltweit gespielt und haben das moderne Theater nachhaltig beeinflusst.


Der junge Sheltuchin hat Geburtstag und gibt eine Party im Garten seines Gutshauses auf dem Lande. Allmählich trudeln die Gäste ein - der alte Orlovskij, ein hoffnungslos romantischer Trottel, und sein Sohn Fedor, der größte Rumtreiber und Sprücheklopfer der ganzen Gegend, der waffelgesichtige Djadin, der "redet, als ob dir jemand mit dem Hobel den Rücken hinunterfährt" - ein wandelndes Poesiealbum, die alte Wojnickaja, betagte Witwe eines Geheimen Rates und intime Kennerin der neuesten feministischen Strömungen, sowie ihr Sohn Egor - "die leuchtende Persönlichkeit, die niemanden erleuchtet hat", Gutsverwalter aus der Nachbarschaft -, und Chruschtschov, der Arzt ist, aber eigentlich eher als leidenschaftlicher Torfstecher und Waldschützer von sich reden macht, und schließlich die Serebrjakovs, der alte hypochondrierende Professor im Ruhestand mit seiner betörend schönen, jungen Frau Elena, die alle jungen Männer um den Verstand bringt und seine Tochter aus erster Ehe Sonja, das jugendliche Energiebündel vom Lande.
Die Party kann beginnen, und Tschechows frühe Komödie nimmt ihren Lauf.
Über einen Zeitraum von vierzehn Tagen fokussiert Tschechow seine illustren Figuren und ihre Beziehungen: Sonja verliebt sich in Chruschtschov und der merkt nichts davon, Elena liebt ihn auch und verlässt ihren alten Mann, kehrt aber bald wieder zu ihm zurück, der Professor will sein Gut verkaufen und Egor jagt sich darum eine Kugel in den Kopf.
In anrührenden Szenen voller Situationskomik und Wortwitz entfaltet Tschechow in diesem selten gespielten Frühwerk sein meisterhaftes Talent, Menschen und ihre tragikomischen Verhältnisse in knapper und treffsicherer sprachlicher Verdichtung auf die Bühne zu bringen.


© Landestheater Tübingen