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Sommertheater
6. Juli 2007

William Shakespeare

Was ihr wollt

Regie: Roland Hüve / Ausstattung: Hannah Landes / Musik: Fred Kerkmann / Dramaturgie: Anna Haas
Mit: Wenzel Banneyer, Jörg Bielfeldt, Katja Bramm, Ina Fritsche, Hubert Harzer, Jörg Honecker, Daniela Keckeis, Hildegard Maier, Thomas Maos, Urs Rechn, Karlheinz Schmitt, Johannes Schön, Gotthard Sinn, Ralf Wettmann



"Die Narrheit wandert wie die Erde um die Sonne, sie scheint überall."

Orsino, Herzog von Illyrien, glaubt, in Liebeskummer zu ertrinken, denn Gräfin Olivia weist sein Werben unerbittlich zurück, - bis zu genau jenem Zeitpunkt, an dem Orsinos neuer Diener Cesario die Liebesbotschaft überbringt. Der junge Mann gefällt Olivia ungemein, was wiederum Cesario überhaupt nicht zusagt, denn er heißt eigentlich Viola und ist eine junge Frau. Viola hatte sich, an die illyrische Küste gespült und als Mann verkleidet, unter dem Namen Cesario in die Dienste des Herzogs begeben - und sich in ihn verliebt. Welch eine Qual, nun Olivia die Liebesgrüße des eigenen Angebeteten überbringen zu müssen und gleichzeitig die Gräfin so übel zu täuschen. Als nun auch noch Violas Zwillingsbruder Sebastian in Illyrien auftaucht, kommt es zu weiteren Verwechslungen und Verwicklungen am Hofe Olivias. Und nicht nur Sebastian, sondern auch Olivias Dienervolk wirbelt Staub auf: Der Hofmeister Malvolio, das Kammermädchen Marie, Olivias Onkel Junker Tobias und sein Trinkkumpan Bleichenwang tragen noch einmal einen ganz eigenen Liebeshändel aus ?

William Shakespeares "Twelfth Night or As You Will", bei uns als [s]Was ihr wollt[/s] bekannt, ist neben dem "Sommernachtstraum" die wohl ausgereifteste Komödie des Engländers, was die Auslotung von burlesker Leichtigkeit und feinsinnigem Ernst angeht.

Dabei ist Shakespeares Phantasie-Insel Illyrien ein Ort der Verunsicherung, die ausufernde Fülle der menschlichen Liebesmöglichkeiten und die Ausuferungen menschlichen Liebesgebarens lassen ihre Bewohner immer wieder an den Rand einer Identitätskrise geraten: Wer kennt sich noch aus beim anderen oder gar bei sich selbst? "O Geist der Liebe, du bist unersättlich", resümiert der Narr in [s]Was ihr wollt[/s], und er deutet damit auch die Vielfältigkeit der Verkleidungen und Maskeraden dieses Gefühls an. Mit dem zweiten Teil des Titels "Twelfth Night" (Die zwölfte Nacht) rückt Shakespeare dies ins Licht, meint er doch den Dreikönigsabend, der damals als Abschluss der weihnachtlichen Raunächte mit Mummenschanz und Geisterumzügen gefeiert wurde.

Wir zeigen das Stück in dieser Spielzeit als Freilichtaufführung am Silcherdenkmal bei der Platanenallee.


© Landestheater Tübingen