Wir sind umgezogen! Hier gehts zur neuen Homepage des LTT

FotoFotoFotoFotoFotoFotoFoto

Premiere
23. Februar 2007

Händl Klaus

Dunkel lockende Welt

Regie: Simone Sterr / Ausstattung: Gitti Scherer / Musik: Edgar Mann / Dramaturgie: Inge Zeppenfeld
Mit: Katja Gaudard, Daniela Keckeis, Udo Rau
Dauer: 105 min.


Händl Klaus wurde 1969 in Tirol geboren. Neben seiner Arbeit als Filmschauspieler schreibt er Prosa, Theaterstücke, Drehbücher und Hörspiele: "Kleine Vogelkunde" (OF) wurde als Hörspiel des jahres 1996 ausgezeichnet. Für den Erzählband "Legenden" erhielt er den Robert-Walser-Preis. Außerdem bekam er das Stipendium des Literarischen Colloquiums Berlin swie das Dramatikerstipendium des "Kulturkreises der Deutschen Wirtschaft" 204. Seom erstes Theaterstück "Ich ersehne die Alpen: So entstehen Seen" wurde 2001 unter seiner Regie auf dem Festival "steirischer herbst" uraufgeführt. Für "Wilde - Der Mann mit den traurigen Augen", sein zweites Stück, wurde er von der Zeitschrift "Theater heute" zum Nachwuchsdramatiker des Jahres 2004 gewählt.


"Man müsste ein finnisches Eidechslein sein."

Wohnungsübergabe. Die junge Ärztin Corinna zieht aus, folgt ihrem Freund nach Peru und zeigt ihrem Vermieter Joachim Hufschmied die streifenlosen Fenster, die gewienerten Fußleisten, die chemisch gereinigten Wohnzimmerteppiche. Doch [a]Händl Klaus[/a]' kunstvoll ineinander gesponnene Dialoge lassen bald ahnen, dass sowohl der Vermieter als auch die Mieterin Großmeister der Täuschung sind. Hinter belanglosem Geplänkel und dem höflichen Weitergeben angefangener Sätze lauern dunkle Abgründe, schillern Untiefen, locken Tod und Vergänglichkeit, mischen sich Ungereimtheiten, wird es brüchig, vielschichtig, geheimnisvoll. Ein kleiner Zeh auf dem Teppichboden ist Corinnas Putzwut wohl entgangen, Herrn Hufschmieds neugierigen Augen jedoch nicht. Mit der Sicherheit eines Verkäufers von hochwertigem Porzellan macht er das Objekt aus, wie das Schamhaar auf der Untertasse: eindeutig menschlich.

Mit kriminologischem Instinkt legt [a]Händl Klaus[/a] Spuren, verwischt sie wieder und schafft eine Geschichte voller Anspielungen, Spannung und Raum für abgründige Fantasien.

Zwischen den Zeilen lockt dabei nicht nur das Dunkel, sondern auch eine gute Portion Humor.

Sehr zart, sehr schwarz, sehr fein.

Als eine "Kreuzung aus Kriminalist und Minimalist, die nur in Österreich gelingen kann", wo der 1969 geborene [a]Händl Klaus[/a] aufgewachsen ist und unverkennbar literarisch sozialisiert wurde, hat ihn die Süddeutsche Zeitung bezeichnet:

"Jelinek und Bernhard grüßen von ihren eisigen Gipfeln, aber auch die Echos anderer alpenländischer Dichter, Horváth und vor allem Robert Walser, hört man widerhallen. Wie Walser ist auch Händl Klaus ein sanfter Kindermann mit einer innigen Liebe zum Makaber-Skurrilen." (Süddeutsche Zeitung 3.2.2006)


© Landestheater Tübingen