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Premiere
15. Dezember 2006

Heinrich von Kleist

Das Käthchen von Heilbronn

oder Die Feuerprobe

Regie: Clemens Bechtel / Ausstattung: Marion Eiselé / Kostüme: Marion Eiselé, Lisa Klammer / Dramaturgie: Inge Zeppenfeld
Mit: Katja Bramm, Katja Gaudard, Hubert Harzer, Gunnar Kolb, Johannes Lehmann, Annabelle Leip, Hildegard Maier, Urs Rechn, Karlheinz Schmitt, Johannes Schön, Gotthard Sinn, Leif Stawski



"Vertraue, vertraue, vertraue!"

Nachdem [s]Das Käthchen von Heilbronn[/s] am Ende der Theatersaison 05/06 als Freilicht-Spektakel zu sehen war, wird es nun eine eigene konzentrierte Spielfassung für die Bühne des LTT geben.

Dass seine Tochter den Grafen Wetter vom Strahl in rätselhafter Ergebenheit auf Schritt und Tritt verfolgt, kann für den Heilbronner
Waffenschmied Theobald Friedeborn nicht mit rechten Dingen zugehen. Er beschuldigt den Grafen vor dem Fehmegericht, dass er sie mit Zauberei an sich gefesselt habe. Glaubhaft versichert vom Strahl jedoch, nichts zu ihrem Zustand beigetragen zu haben. Doch ist er vom Reiz des unschuldigen Mädchens nicht unberührt geblieben. Dann jedoch funkt Kunigunde von Thurneck, die Ansprüche auf Wetters Gebiete in Staufen erhebt, zwischen die aufkeimenden Gefühle des Grafen. Sie will nicht nur das Land, sie will auch den Mann. Wetter lässt sich von ihr täuschen und plant bereits die Hochzeit. Doch das Mädchen aus Heilbronn lässt sich nicht abschütteln und warnt ihn vor einem nächtlichen Angriff auf Kunigundes Burg. Der ungebrochene Glaube an eine nächtliche Vision verleiht ihr Mut und schier übersinnliche Kräfte. Noch bevor sie dem Grafen begegnete, war ihr in der Silvesternacht ein Cherubim erschienen, an seiner Hand der Graf vom Strahl, der sie als seine Braut begrüßte.

Doch ehe sich diese himmlische Vision erfüllt und sie als Katharina, Prinzessin von Schwaben vor den Traualtar tritt, muss sie eine "Feuerprobe" bestehen ?

Heinrich von Kleist schrieb sein großes "Ritterspektakel" 1807/08 als träumerisch-wunderbares Volksstück, in dem ein visionäres Gefühl, die Liebe, durch Käthchens Unbeirrbarkeit Erfüllung findet. Einerseits passiv ihrer Bestimmung hingegeben, erweist Käthchen sich andererseits gerade durch ihr somnambules Handeln als erfolgreich. Für Pragmatiker, wie wir es heutzutage sind, gleichermaßen fremd wie hochgradig faszinierend!


© Landestheater Tübingen