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Premiere
13. Oktober 2006

Johann Wolfgang von Goethe

Iphigenie auf Tauris

Regie: Alexander Nerlich
Bühne: Gisela Goerttler / Kostüme: Silvia Ciafardini / Dramaturgie: Anna Haas
Mit: Danny Exnar, Hubert Harzer, Urs Rechn, Anne Schäfer, Atef Vogel



"Auf und ab steigt in der Brust ein kühnes Unternehmen."

Ihre Familiengeschichte ist eine einzige Katastrophe: Gemeinsam mit ihrem Liebhaber Aigisthos hat Iphigenies Mutter Klytämnestra ihren Ehemann Agamemnon ermordet. Ihre Schwester Elektra rächte sich gemeinsam mit dem Bruder Orest am Vatermord, indem sie die Mutter erdolchten. Iphigenie selbst war Jahre zuvor vom eigenen Vater der Göttin Diana als Blutopfer dargebracht worden, damit die Flotte der Griechen bei gutem Wind in den Trojanischen Krieg auslaufen konnte. Doch in eine Wolke eingehüllt, hatte sie die Göttin Diana weit fort ins ferne Tauris getragen. Dort lebt sie nun als Priesterin der Göttin, der sie ihr Leben dankt.
Einsam ist sie, voller Heimweh, fremd im Land der Barbaren. Sehnsucht packt sie beim Gedanken an das Land ihrer Vorväter, mögen sie auch noch so grausam gewütet haben. In der Hoffnung, irgendwann einmal wieder heimzukehren, hält Iphigenie auch der hartnäckigen Werbung des Königs von Tauris, Thoas, stand. Sie will sich nicht binden in der Fremde.
Als plötzlich zwei Fremde auf der Insel auftauchen, wird schnell klar: Einer davon ist Iphigenies Bruder Orest, der vor dem Muttermord auf Tauris Zuflucht und den Rat der Göttin Diana sucht. Die Wiedersehensfreude ist groß, doch mit ihr auch die Furcht. Denn das Gesetz von Tauris schreibt vor, jeden ungebetenen Neuankömmling zu töten.

Iphigenie kämpft. Mit Verstand, Diplomatie und Herzenswärme. Für das Leben ihres Bruders. Für ihre Rückkehr in die Heimat. Dabei versucht sie das scheinbar Unmögliche: sich Thoas als Frau weiterhin zu verweigern, den Bruder zu retten, ihren jahrelangen Gastgeber dennoch zu respektieren. Und sie schafft es. Ohne Verrat, Hinterlist, Flucht. Sie erwirkt die friedliche Lösung des Konfliktes. Ein Fleisch gewordenes humanistisches Ideal, eine mutige Frau, stolz und widerständig, unbeirrt und geradlinig, die - rebellisch und diplomatisch zugleich - ihr Konzept von moralischem, politischem und persönlichem Handeln durchsetzt.


© Landestheater Tübingen