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Deutsche Erstaufführung
3. Oktober 2006

Simon Stephens

Am Strand der weiten Welt

Deutsch von Barbara Christ

Regie: Enrico Lübbe
Regiemitarbeit: Torsten Buß / Bühne: Hugo Gretler / Kostüme: Bianca Spannfellner / Dramaturgie: Volker Schubert
Mit: Wenzel Banneyer, Ulrike Euen, Ina Fritsche, Daniela Keckeis, Johannes Lehmann, Hildegard Maier, Marius Marx, Johannes Schön, Gotthard Sinn, Leif Stawski


Simon Stephens wurde 1971 in Stockport/South Manchester geboren - an dem Ort, an dem er das Stück spielen lässt. 2000 wurde er Hausautor am renommierten Londoner Royal Court Theatre. Im gleichen Jahr erschien sein Stück "Reiher", 2002 wurde "Port" uraufgeführt, 2004 folgte "One Minute". Am Strand der weiten Welt entstand 2005. Das LTT spielte 2006 die Deutsche Erstaufführung dieses Stückes.


"Irgendwann. Ein ander Mal. Versprochen."

[s]Am Strand der weiten Welt[/s] erzählt von entscheidenden Veränderungen im Leben von drei Generationen einer Familie in der englischen Provinz in einem Zeitraum von neun Monaten.Christopher Holmes ist 15, seinem 18-jährigen Bruder Alex aber an Lebensklugheit und Selbstvertrauen weit voraus. So sieht er sich auch als würdigen Freund der 17-jährigen Freundin seines Bruders - Sarah. Christopher
weiht nur seinen Großvater Charlie in seine geheime Sehnsucht ein. Charlie liebt seine Frau Ellen und den Alkohol. Ellen träumt davon, das Haus in der kleinen Stadt zu verkaufen, um in den warmen Süden zu ziehen, nach Spanien - um Apfelsinen zu pflücken. Charlies und Ellens Sohn Peter renoviert alte Häuser - auch das von Susan Reynolds, die schwanger ist. Alice, seine Frau, träumt wie Ellen von einem anderen Leben, aber da sind ihre beiden Söhne, die sie binden.
Einige Monate später: Alex und Sarah ziehen nach London, raus aus der Enge der Familie und der Provinz. Für Alice bricht eine Welt zusammen. Erst jetzt erfahren wir, dass ihr jüngerer Sohn Christopher kurz zuvor bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen ist. Alice und Peter sind wieder auf sich selbst zurückgeworfen. Peter kommt Susan Reynolds näher; Alice begegnet dem Mann, der ihren Sohn Christopher überfahren hat, John Robinson ?

Simon Stephens entwirft Figuren, die abseits von Klischees und Typisierungen gezeichnet sind. Ihre glaubhaften und würdigen Züge bekommen sie, weil bei allen Geständnissen und dem Ringen um Klärung immer ein Rest ungesagt bleibt. Die Sprache ist knapp, unaufgeregt. So entsteht eine Familiensaga von großer Überzeugungskraft und Tiefe, wie sie heutzutage selten bei einem zeitgenössischen Autor anzutreffen ist.


© Landestheater Tübingen