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Sommertheater
28. Juli 2006

Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux

Der Streit

Regie: Cilli Drexel
Ausstattung: Hannah Landes / Dramaturgie: Anna Haas
Mit: Wenzel Banneyer, Ulrike Euen, Ina Fritsche, Daniela Keckeis, Marius Marx, Romeo Meyer



Das Landestheater der Universitätsstadt Tübingen lädt seine Zuschauer zu einer wissenschaftlichen Exkursion nach Schloss Hohentübingen ein. In der Stadt der Hirnforscher kommt mit Marivaux' STREIT ein groß angelegtes Menschenexperiment zu seinem Höhepunkt:
Vier Säuglinge - zwei Jungen und zwei Mädchen - wurden direkt nach ihrer Geburt in ein einsames Haus am Rande jedweder Zivilisation gebracht. Dort wurde jedem der vier Kinder ein eigenes Gebiet zugewiesen, in dem es außer seinem Erzieher Zeit seines Lebens nie einen anderen Menschen zu Gesicht bekommen hat. Auch gegenseitig haben sie sich nie gesehen. Nach gut 18 Jahren ist der Zeitpunkt gekommen, an dem man sie freilassen wird.
Im Tübinger Schlosshof wurde ein künstlicher Paradiesgarten angelegt. In dieser 'Trumanshow'-artigen Versuchanordnung sollen die jungen Menschen in diesem Sommer zum ersten Mal in Person des anderen Geschlechts ihresgleichen begegnen - und die ersten Liebesgeschichten erneut ihren Anfang nehmen. Ziel dieses Forschungsprojektes ist es zu untersuchen, wie die ersten Menschen - jenseits aller sozialen oder gesellschaftlichen Vorprägungen - einander begegnet sein könnten: Wer hat die Unbeständigkeit in die Welt gebracht? Und wer den ersten Treuebruch begangen - war es ein Mann oder eine Frau? Denn über diese Frage entspinnt sich in Marivaux Komödie der Streit.
Der Rokokoautor [a]Pierre Carlet de Chamblain de Marivaux[/a] war ein profunder Erforscher der menschlichen Psyche und ihrer Abgründe - ein "Anatom des menschlichen Herzens". Mit Vorliebe situiert er seine Figuren in geschlossenen Gesellschaften, in die von außen niemand eindringt, um zu beobachten wie die Personen aufeinander wirken und sich dabei entwickeln: seelische Experimente in der Retorte. "Ich habe im menschlichen Herzen allen Winkeln nachgespürt, in denen sich die Eigenliebe verbergen kann", bekennt Marivaux, "und jedes meiner Lustspiele hat den Zweck, sie aus einem dieser Winkel herauszuholen." Jedoch immer mit großer Lust, kunstvoller Leichtigkeit und einem pointierten, hintergründigen Humor.

Der Vorverkauf für alle Termine läuft!

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