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David Edgar

The Prisoner's Dilemma

Aus dem Englischen von Lida Winiewicz


David Edgar, 1948 in Birmingham geboren, ist einer der einflussreichsten zeitgenössischen Dramatiker Großbritanniens. [s]The Prisoner's Dilemma[/s], das er 2001 für die Royal Shakespeare Company verfasste, beschäftigt sich wie THE SHAPE OF THE TABLE (1990) und PENTECOST (1994), mit der Situation Osteuropas nach dem Kalten Krieg.

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Als feststehender Begriff aus der Spieltheorie verbirgt sich hinter dem Titel [s]The Prisoner's Dilemma[/s] ein Planspiel zur Konfliktbewälttigung. Zwei Gefangene sind verdächtigt, eine Straftat begangen zu haben. Beide erhalten - unabhängig und ohne Wissen voneinander - das Angebot, gegen Straffreiheit 'auszupacken', was aber für den anderen, falls er schweigt, die Höchststrafe bedeuten würde. Reden allerdings beide, so erhalten sie eine angemessene Strafe. Schweigen beide, kommt es wegen mangelnder Beweise zu einer niedrigeren Strafe. Abstimmung untereinander ist dabei nicht möglich. Welche Entscheidung ist die richtige? Zahlt es sich aus, den andren zu verraten? Schätzt der eine Gefangene den anderen jeweils richtig ein?

Ein solches Dilemma der gegenseitigen Abhängigkeit zweier Parteien bei einer schwierigen Entscheidungsfindung rollt [a]David Edgar[/a] am fiktiven Beispiel eines Bürgerkrieges zwischen einem Staat namens Karkasien und der Guerilla einer unterdrückten ethnisch-religiösen Minderheit (Drosdanien) aus. Kulturelle Identität, Gleichberechtigung, Verzicht auf Terrormaßnahmen, international kontrollierte Wahlen sowie Wiedergutmachung von begangenem Unrecht sind nur einige der strittigen Verhandlungspunkte, bei denen oft ein einziges Wort des Verhandlungstextes das Zünglein an der Waage darstellt, von dem der zukünftige Friede abhängt.

Die Zuschauer können das Ringen um die Lösung des Konflikts mit allen Fortschritten und Rückschlägen im Plenarsaal des neuen Landratsamtes der Stadt Tübingen in der Wilhelm-Keil-Straße verfolgen. Aber nicht nur dort: Mit dem Wechsel des räumlichen Standorts, z.B. in die Tiefgarage oder die Fraktionsräume des Gebäudes, werden sich immer wieder auch neue inhaltliche Standpunkte ergeben. Wer in sogenannten Spiel- und Entscheidungsphasen die eigene Fähigkeit zur Konfliktlösung austestet, wird erleben, wie diese sich zur weiteren Handlungsrealität des Stückes verhält.

Abendkasse / Einlass ab 19.30 Uhr

Anfahrtskizze Wilhelm-Keil-Straße (externer Link)


© Landestheater Tübingen